Mittwoch, Mai 30

Packen macht sentimental

Fange an, meine Waschsucht final zu befriedigen, Koffer zu packen, Postkarten von den Wänden zu piddeln, Fotos abzunehmen etc. ...

Ich könnte heulen, weil ich mich so auf euch freu, vor allem, wenn man sich die Postkarten alle nochmal durchliest und dann daran denkt, dass ich euch bald wieder habe!!! IN ECHT!!!!! Was so ein kleines Stück Papier bewirken kann... unglaublich.

Montag, Mai 28

Zelte abbrechen

Heute ist der Tag, an dem ich Claudi, Anne und Tine vom Flughafen abgeholt hätte, um mit ihnen in eine Woche Bretagne- Urlaub zu starten *träneverdrück*. Zum Glück wurde meine Reiselust trotzdem noch mit einem Trip nach Paris



(22€ für 1 kleines Bier und 2 Gläser eiskalten Rotwein? Pah, ein Kinderspiel!) und, gleich am folgenden Wochenende, einer Tour nach Rennes



St. Malo und zum Mont St. Michel



befriedigt („veti, veti, veti“…). Zwar hab ich damit noch lange nicht all das gesehen, was ich gerne hätte, aber immerhin die „Touri- Schlager“ abgeklappert.
Eigentlich passiert hier im Moment rein gaaaar nichts, alle sind schon ausgeflogen, die Wohnheime gähnen vor Leere, und einen Prof zu erwischen grenzt an ein Wunder. Die Klausuren sind alle geschrieben und ich kann zu meinem Praktikum in der Normandie aufbrechen, mir fehlt nur noch eine Unterkunft… Mal sehen, was sich vor Ort entwickelt, provisorisch kann ich in die Jugendherberge, wenn ich Glück hab, darf ich in ein Wohnheim ziehen, und im Idealfall nimmt mich eine französische Familie auf! Insgesamt bleib ich 3 Wochen, Rückkehr steht für den 23.07! Außer es wird gaaanz schlimm und ganz irre langweilig, dann komm ich eher.
Damit sind meine Tage in Frankreich gezählt…

"Veti, veti, veti" in Rennes, St. Malo & Mont St. Michel...

Dienstag, Mai 1

Ich bin ein schlechter Blogger

Ein Beispiel an Eva nehmend, die immer so fleißig spannende Rundmails schreibt, lass ich Euch auch mal wieder ein wenig an meinem ereignisreichen Leben teilhaben. Für alle, die sich also im Monat April etwas vernachlässigt fühlten, kommt hier die ultimative Nachricht: es gibt einen neuen Post. Haha.

Also, was passiert im Nachbarland!?
Man muss zugeben, dass die Parties seid Abrücken unseres Party- Königs Micha enorm nachgelassen haben. Es mangelt nicht an geselligen Abenden, entweder bei jemandem im Wohnheim oder Wohnung, oder auch an der Erdre oder sonst wo.
Gesellig könnte man auch mit gemütlich gleichsetzten, um nicht das Wort langweilig in den Wort nehmen zu müssen. Langweilig ist es genau genommen nämlich auch nicht, denn das kulturelle Leben ist wieder ein wenig in den Vordergrund gerückt, was ja auch nicht verkehrt ist. So fand z.B. im Zuge des Theaterfestivals die Aufführung unserer deutschen Theatergruppe statt, die zwar aus Guggi´s und meinen Augen einfach nur grausig war (vielleicht liegt es auch nur einfach daran, dass wir natürlich vielmehr auf die Fehler unserer „Schützlinge“ geachtet haben und dass Stück quasi mitsprechen konnten), aber dem Publikum hats wohl geschmeckt. Puhh…
Dann fand außerdem noch eine sehr geniale Aufführung des Stückes "Der Gute Mensch von Sechuan" von B. Brecht statt, die mit wahnsinnig guten Schauspielern, genialen Masken und gutem Publikum Furore machte. Auch sonst wird von mir hier jedes erdenkliche Kultur- oder Ausflugsprogramm dankend angenommen. Von den Socken gehauen hat mich der Markt an der Médiathèque, für den ich sonst immer zu faul war, mich samstags morgens aus dem Bett zu pellen. Aber es hat sich so was von gelohnt, dass ich fast den Eindruck habe, vorher einiges verpasst gehabt zu haben. Was das Publikum angeht, kommt man sich zwar eher wie auf einem orientalischen Basar vor als auf einem mitteleuropäischen Markt; die Händler schreien in zig Sprachen, denen ich leider nicht mächtig bin, und bieten ihr Waren feil, inklusive hartem Konkurrenzkampf. Außerdem gab’s vor den Präsidentschaftswahlen natürlich massig „objektive Informationsverbreiter“… sowie ein paar Sänger, die sich eher für „The Lord Jesus“ statt für Sarkozy und Co. interessierten.



Dann wurde in den letzten Tagen noch Karaoke gesungen (auuuuxxx Champs- Elysées....), ein Ausflug ans und fast ins Meer auf die Beine gestellt, eine Bootsfahrt auf der Loire mitgenommen und so weiter und so fort....


Leider gab’s in den letzten Tagen auch ein paar schlechte Nachrichten: Wie es nach aktuellen Tendenzen aussieht, kommen die Mädels mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu Besuch. Dank Anne gut organisiert, hatten sie schon lange einen super Schnäppchen- Flug nach Nantes gebucht, und zwar für läppische 40 €. Dass die Fluglinie Nantes- Hahn eingestellt werden sollte, tangierte mich in sofern nicht, da ich mich in Gewissheit wähnte, dass es erst nach deren Besuch sein sollte. Leider bekam Anne eine mail von Ryanair, in der ihr offenbart wurde, dass dir Flüge mal so nach Biarritz verlegt wurden, was so ca. 600 km südlich von Nantes liegt. Die zuerst als grandios eingestufte Alternative, über London nach Dinard zu fliegen, scheitert jedoch an der sehr kurzen Umsteigefrist. Hinzu kommt ein nicht unerhebliches finanzielles und „berufliches“ Problem.

Mein Plan, ein Praktikum in der Normandie an einem Lycée dranzuhängen, scheitert im Moment ganz einfach an der Tatsache, dass dieses zu meinem gewünschten Zeitpunkt schon gar keinen regulären Unterricht mehr macht. Nun besteht noch die Ausweichmöglichkeit auf ein Collège, was ich auch auf keinen Fall ablehnen würde. Nun wird versucht, alles mögliche in Gang zu setzten, damit das noch klappt, was natürlich echt genial wäre.


edit: Fotos findet ihr im Studivz oder bei Picasa!
April in Nantes