Sonntag, Oktober 22

La curiosité ne tue que les chats...


Wenn man ein erholsames Wochenende in der Bretagne plant, sollte man bedenken, dass es Menschen (meist Männer) gibt, die andere Auffassungen davon haben, was es heißt einige gemütliche Stunden „Urlaub“ zu machen. So auch unser selbsternannter „Ministre des affaires étrangères“ und Reiseleiter Fabrice, dessen Ziel es war, innerhalb von 48 uns zur Verfügung stehenden Stunden möglichst VIELE Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Durchaus darüber im Klaren, dass es mit 9 Studenten und Nichtstudenten unterschiedlicher Nationalitäten und variablem Tatendrang zu Problemen beim Programmverlauf kommen könnte, klappte es dennoch erstaunlich gut. Unsere Urlaubscrew bestand also aus Hanna (de) und ihrem Mitbewohner Fabrice (fr), die ich beim Internationalen Abend kennen gelernt habe; Alice (de) und ihrem Mitbewohner Toni (fr); Zuzanna (cz), mit der ich mich im Sprachkurs langweile; Lisa (at), die genauso fotoverrückt ist wie ich und die ich im Fotoworkshop kennen gelernt habe und Güner (ro), die auch in meinem Sprachkurs ist. Später kam dann noch Yohann zu uns, ein Freund von Fabrice, der sich hier eigentlich auskennt, es aber doch nicht tut.

Weil wir am Samstagmorgen etwas überfrachtet wurden, was das Programm anging, langweile ich euch jetzt auch nicht mit den Namen der 399 Strände, die wir besichtigt haben, da ich die meisten eh schon wieder vergessen habe. Als ich dann nachmittags mal kräftig auf den Tisch gehauen habe und das zum Ausdruck gebracht habe, was die anderen dachten, aber nicht sagten, wurde es dann auch schlagartig besser. Natürlich habe ich jetzt gleich den Ruf als energische Zicke weg, aber das war es mir wert! Schließlich gehört zum Urlauben ja auch ein großer Teil „well- being“. Zum Glück wurde es am Sonntag umso entspannter und gemütlicher, mit Tee im Strandcafé, Frühstück auf dem Markt (mit leckerem Croissant und noch warmen Baguette) und einem ausgewogenen Besichtigungsprogramm. Nur so viel: Fabrice´s Ziel für Sonntag war neben der Besichtigung von Lorient, Rennes und Vannes, den kompletten Golf von Morbihan und das komplette Gebiet des Finistère Süd abzuklappern, wovon wir ihn dann aber erfolgreich abhalten konnten…

Zur Erheiterung hier ein paar Beispiele, die die absolute Orientierungslosigkeit unseres „Ministers“ beleuchten:
Man plant eine Reise unter anderem, indem man sich im Voraus einige Informationen bzgl. der Nachtgestaltung einholt. Fabrice hat auch brav die Zimmer für uns bestellt, hatte aber leider keinen Schimmer, wie wir die Jugendherberge erreichen sollten. Also sind wir in das ca. 20 km entfernte Zuhause von Yohann gefahren, der dann im Internet rausfinden sollte, wie wir dahin kommen… WARUM sind viele Männer eigentlich VIEL zu stolz, um mal nach dem Weg zu fragen? Ich bin mir absolut sicher, dass das um einiges schneller gewesen wäre… (Wir haben letzteres nämlich später tatsächlich ausprobiert, und die Leute waren soo nett, und sind einfach vorgefahren. Geht doch! )

Bsp. 2: Wir hatten in der Jugendherberge 2 Zimmer, Nummer 21 und 23; im Flur nur von Nummer 22 getrennt. Nun soll man denken, dass es nicht soo schwierig ist, diese auseinander zu halten. Als ich ihn nach meiner Dusche (die ich währenddessen leider völlig zerstört habe…) Fabrice fragte, ob denn die anderen 4 schon wach seien, war seine Antwort tatsächlich: er wisse nicht, wo deren Zimmer sei!

Andere Begegnungen dieser Art erspar ich euch jetzt, er ist trotz seines mangelnden Orientierungssinns ein sehr netter Mensch... und schließlich hatten wir ein geniales Wochenende....

Samstag, Oktober 21

geht ja gaaaa nicht

Eben kam ich auf die grandiose Idee, mich im StudiQG anzumelden. Und nun gehöre ich zu den ersten 10 elitären nantaiser Studenten im Studivz. Am Ende des Jahres könnte ich dann glatt ne Vergleichsarbeit über die Popularität der beiden Seiten schreiben (wenn man bedenkt, dass das dt. StudiVZ angeblich täglich 10000 Neuanmeldungen registriert...) Uiii, wie spannend!!! Ich bin platt...
Es lebe web 2.0!

Dienstag, Oktober 17

Culture french touch

Man glaubt es kaum, ich bin hier in einer absoluten Kulturhochburg gelandet--- Ich leide jeden Tag Qualen, weil ich mich überhaupt nicht entscheiden kann, zu was ich denn nun überhaupt Lust habe und wenn man sich dann für ein Genre (Kino, Theater, Konzert…) entschieden hat, muss man immer noch eine genaue Präzisierung überlegen. Letzte Woche gab’s in der Stadt ein Festival (eine Woche Spaß für 5€!!), bei dem man aus allem möglichem auswählen konnte: Workshops, Konzerte, Theater, Kanutouren etc. Ich hab am „danse contemporain“ und am Salsa- Workshop und am Theater Workshop und am Fotografie Workshop teilgenommen: wir haben aus Filmdosen und Konservendose Lochkameras gebaut und die mit Fotopapier bestückt und anschließend natürlich auch ein Foto gemacht. Und entwickelt. UND: es ist sogar was geworden! Ich bin so stolz *uiui*!


Aber wir wollen ja nicht vom Thema abschweifen: die Kultur. Je nach Wochentag hat man hier die Wahl aus ca. 35 verschiedenen Ereignissen, sei es nun Theater, Konzert, oder irgendeine Ausstellungseröffnung oder wer weiß was… Diese Woche geht es mit den Festivitäten gleich weiter: Celtomania. Da gibt’s dann unter anderem so lustige Dinge wie „randonnée chantée“ (Wanderung inklusive bretonischer Lieder) und Konzerte und Ausstellungen usw… Ich weiß gar nicht soo genau, wie ich hier mal zum Arbeiten kommen soll, denn man muss ja alles mitnehmen, ne!

Apropos Arbeiten: was mir total auf den Keks geht, ist das französische "Bildungs-" System. Es besteht an der Uni hauptsächlich darin, dass man sich 90 minütige Monologe anhört, was dann liebevoll "Proseminar" genannt wird. Die Franzosen haben dazu noch die Angewohnheit, alles, aber wirklich alles mitzuschreiben, was der Prof sagt. Um dies zu bewältigen, lassen sie sich interessante kryptische Zeichen einfallen, um auch mitzukommen. Die gilt es erst mal zu entschlüsseln, wenn man was beim Nachbarn stibitzen will! Außerdem wurde den Franzosen bei der Geburt meines Erachtens ein Konzentrations-Chip eingepflanzt, der sie mindestens 12h voll konzentrationsfähig hält. Die beiden Theaterstücke, die ich bisher sah, dauerten je ca. 2 ½ Stunden, und das alles wird hier ohne Pausen gemeistert... unfassbar!

Demnächst lad ich mal ein paar Bilder von der Bretagne Tour am Wochenende hoch!
A la prochaine, julia

Freitag, Oktober 13

Bienvenue

Was offensichtlich ist braucht man nicht nochmal hervorzuheben. Ich machs trotzdem. Und reihe mich hiermit in die Reihe der Seelenstripteaser ein. Damit ihr immer auf dem neusten Stand seid!

Viel Spaß beim Lesen, Julia